„Fliegender Zug“ zu Gast im Deutschen Dampflokomotiv Museum

15.10.2019

Die Entwicklung von Schnelltriebwagen begann ab Anfang der 1930er Jahre in Europa und den Vereinigten Staaten. Einen erster Höhepunkt stelle in Deutschland der "Fliegende Hamburger" (DR 877, 1931), dar. Mit diesen Fahrzeugen versuchte die Bahn, der zunehmenden Konkurrenz des Straßenverkehrs entgegenzutreten.

Bild: Der 137 856 bei seiner Ankunft im Deutschen Dampflokomotiv Museum Neuenmarkt. Foto: J. Birk

Der als „Fliegender Hamburger“ bekannt gewordene zweiteilige Triebzug DR 877 erreichte eine Reisegeschwindigkeit von 125 km/h (Höchstgeschwindigkeit im Planeinsatz: 160 km/h); der planmäßige Einsatz begann am 15. Mai 1933 auf der Strecke Berlin–Hamburg.

Der DR 877 war Prototyp für weitere Schnelltriebwagen, die sogenannten „Fliegenden Züge“:

  • die zweiteilige Bauart „Hamburg“ DR 137 149 bis 152 und 137 224 bis 232 (13 Triebwagen) sowie davon abgeleitete Bauarten:
  • die dreiteilige Bauart „Leipzig“ DR 137 153 bis 154 und 137 233 bis 234 (4 Triebwagen)
  • die dreiteilige Bauart „Köln“ DR 137 273 bis 278 und DR 137 851 bis 858 (14 Triebwagen)
  • die vierteilige Bauart „Berlin“ DR 137 901 bis 903 (2 Triebwagen)
  • die vierteilige Bauart „München“ DR 137 904 bis 911 (durch die Kriegsereignisse nicht mehr realisiert) 

Die schnell wachsende Beliebtheit des Schnelltriebwagensystems brachte allerdings einige Unzulänglichkeiten mit sich.  Die bisher eingesetzten Fahrzeuge der Gattung „Hamburg“ und „Leipzig“ besaßen nur Fahrgastgroßräume und einen eingeschränkten Mitropa-Service.

Die neuentwickelten Fahrzeuge konstruierte man deshalb als Einzelachsfahrzeuge mit geschlossenen Abteilen und Speisewagen. Die Bauart „Köln“ war die größte gebaute Serie von Schnelltriebwagen bei der DR mit 14 Stück.

Der jetzt im Deutschen Dampflokomotiv Museum Neuenmarkt eingetroffene ehemalige 137 856 „Köln“ wurde als letztes Fahrzeug 1983 bei der Deutschen Reichsbahn abgestellt. Er ist das letzte vollständig erhaltene Exemplar dieser Bauart und soll von der Maybach Stiftung wieder betriebsfähig aufgearbeitet werden.  Das legendäre Fahrzeug kann im Deutschen Dampflokomotiv Museum bewundert werden – lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen!