90. Trebgaster Vortragsabend

28.03.2018

Der nächste Trebgaster Vortragsabend bietet den Eisenbahnfreunden am Mittwoch, 28. März, im Nebenzimmer des Gasthofes Friedrich wieder abwechslungsreiche Themen aus der Welt der Bahngeschichte.

Die 94 1292 war auf den Steilstrecken im Thüringer Wald zu Hause und wurde deshalb auch „Rennsteighirsch“ genannt – recht weit weg von ihrer Heimat war sie dagegen 1998 in Adorf im Einsatz (Foto Johannes Holz-Koberg)

Beim Deutschen Eisenbahn-Verein in Bruchhausen Vilsen konnte man vor ein paar Jahren gleich zwei „Schweineschnäuzchen“ erleben – auf Regel- und auf Schmalspur. Wolfram Bäumer vom DEV erläuterte fachkundig beide Exemplare (Foto: Roland Fraas)

Vor einem Vierteljahrhundert war es noch möglich, alte Lokomotiven im Rahmen von „Plandampf“-Veranstaltungen in einem authentischen Umfeld einzusetzen – das Motiv mit der 58 311 im Lokbahnhof Lobenstein hätte auch 50 Jahre früher in ähnlicher Form gemacht werden können (Foto: Roland Fraas)

Mit dem „Schweineschnäuzchen“ übers flache Land

In Trebgast werden Bilder aus einer Zeit ohne Diesel-Abgas-Probleme gezeigt

Einen der ganz großen deutschen Lokomotivbau-Ingenieure würdigt Eisenbahnhistoriker Gernot Dietel in seinem aktuellen Vortrag: Adolf Wolff, geboren 1894 in Goslar, arbeitete nach seinem Maschinenbaustudium zunächst für die Lokomotivschmiede Hanomag, dann für Hohenzollern und schließlich für Borsig – hier war er ab 1922 an der Konstruktion der „Einheitslokomotiven“ beteiligt. Sein spezielles Interesse galt der Schnellfahr-Baureihe 05, die 200 km/h erreichen konnte; nach dem 2. Weltkrieg leitete er die Wiederinbetriebnahme dieser Kultloks. Er hatte also eine Vorliebe für schnelle Dampflokomotiven, wobei er sich auch mit transatlantischen Entwicklungen wie den Maschinen der New York Centralbahn befasste.

Fortsetzung folgt: im Februar hatte Johannes Holz-Koberg unter dem Motto „Dampf im Osten“ über seine Begegnungen mit den Traditionslokomotiven der früheren DDR-Reichsbahn berichtet. In den Jahren 1993 bis 2011 hat er jedoch nicht nur diese in Arnstadt, Meiningen und Staßfurt besucht, sondern auch Reisen zu zahlreichen weiteren aktiven Dampflokomotiven und nicht betriebsfähigen Museumsexponaten in den neuen Bundesländern gemacht – sie werden mit Bildern und ausgewählten Lebensläufen vorgestellt.

Schon Anfang der 1930er Jahre entwickelte das Landeskleinbahnamt der Provinz Hannover zusammen mit der Waggonfabrik Wismar einen leichten „Schienenbus“, um den Betrieb der Kleinbahnen wirtschaftlicher zu gestalten. Das neue Fahrzeug – aufgrund seiner beidseitigen Motorvorbauten liebevoll als „Schweineschnäuzchen“ oder auch „Ameisenbär“ bezeichnet – wurde in Normal- und Schmalspur gebaut und zur Kosteneinsparung wurden schon damals viele Teile aus dem Straßenomnibusbau verwendet. Jürgen Goller beleuchtet in Trebgast ausführlich die Entstehung und die Einsatzgeschichte des „Wismarer Schienenbus der Bauart Hannover“.

Zum Abschluss erinnert dann noch Roland Fraas an eine Plandampfveranstaltung rund um Lobenstein vor nunmehr 25 Jahren.

Der Vortragsabend beginnt um 19.00 Uhr und der Eintritt ist frei.

Veranstalter:

AKISE - Arbeitskreis Initiative Schiefe Ebene (www.schiefe-ebene.info)

Freundeskreis Schiefe Ebene Neuenmarkt (fse-neuenmarktNO SPAM sPAN@t-online.de)

Roland Fraas, Hauptstraße 8, 95339 Neuenmarkt
Tel./Fax 09227 2537