83. Trebgaster Vortragsabend: Der "Stoker" aus Ehrang dampft in Trebgast

26.07.2017

Zum Trebgaster Vortragsabend reisen erstmals Referenten aus der Eifel an: Am letzten Mittwoch im Monat ist Eisenbahn-Abend im Nebenzimmer des Gasthofes Friedrich in Trebgast, meist mit bekannten Referenten aus der näheren oder weiteren Umgebung. Diesmal – am 26. Juli – ist dies etwas anders.

Ein Höhepunkt der Pfingstdampftage 2017 im DDM war der Besuch der Meininger 50 3501 mit zahlreichen Fahrgästen aus Thüringen. Die Dampflokomotive wurde dabei auf der einmaligen Segmentdrehscheibe des Museums für die Besucher präsentiert (Foto: Roland Fraas)

Im Jahr 1962 dampft die 44 239 bei Feyen am Fotografen vorbei – äußerlich sieht man nicht viel von der Besonderheit der Maschine: mit Hilfe des „Stokers“ wurde bei ihr die Kohle mechanisch zum Feuer gebracht, der Heizer musste nicht mehr schaufeln (Foto: Slg. Kreckler)

Weitgehend von der Öffentlichkeit verborgen wurden in Ausbesserungswerken wie in Trier Dampflokomotiven in ihre Bestandteile zerlegt und grundlegend repariert. Hier hängt eine Güterzuglok der Reihe 50 ohne ihre Radsätze am Kran in der Richthalle (Foto: Slg. Kreckler)

Zur Einstimmung in die Vorträge wird Roland Fraas auf die diesjährigen Pfingst-Dampftage im DDM Neuenmarkt zurückblicken – dabei befuhr der vom DDM gecharterte Dampfzug neunmal die Schiefe Ebene und Sonderzüge aus Meiningen und Leipzig ergänzten das Programm.

Dann jedoch gehört der weitere Abend den Brüdern Wolfgang und Martin Kreckler aus Jünkerath in der Eifel – Söhne eines Lokführers des Bahnbetriebswerkes Ehrang, auf die der Eisenbahnvirus übergesprungen ist… Aber was führt sie in die fränkische Provinz nach Trebgast? Darüber wird Jürgen Goller berichten, der den Besuch arrangiert hat.

Mit Bildern und Original-Dokumenten berichten die beiden über zwei Fachthemen: Zur Erleichterung der schweren Heizer-Arbeit auf den Güterzuglokomotiven der Reihe 44 testete die Bundesbahn in den 1950er Jahren eine mechanische Kohlenversorgung des Feuers – „Stoker“ genannt. Mit Hilfe einer Förderschnecke wurde die Kohle vom Tender auf den Rost befördert, der Heizer musste nicht mehr schaufeln. Nach einer ersten Probezeit in Würzburg kamen die fünf Maschinen nach Ehrang bei Trier und schleppten schwerste Züge durchs Moseltal nach Koblenz – letztlich entschied man sich aber damals für einen Umbau zahlreicher 44 auf Schwerölfeuerung, weil dieses Öl billiger als Kohle war.

Dampflokomotiven mussten regelmäßig in Ausbesserungswerken komplett auseinander genommen und durchgesehen werden, damit ihre Betriebssicherheit immer gewährleistet war. Auch in Trier gab es so ein „Aw“, das sich als „Einzweckwerk“ nur um Dampfer wie die Baureihen 38, 57 und 70 kümmerte; ursprünglich war das 1911 erbaute Werk für alle Lokomotiven der Königlichen Eisenbahndirektion Saarbrücken zuständig. Doch auch für dieses Werk kam das „Aus“ – wenn auch recht spät im Jahr 1986. Der Vortrag gibt einen Einblick in diese, vor dem normalen Bürger abgeschirmte, hochspezialisierte Arbeitswelt.

Der Vortragsabend beginnt um 19.00 Uhr und der Eintritt ist frei.

 

Veranstalter:

AKISE - Arbeitskreis Initiative Schiefe Ebene (www.schiefe-ebene.info )

Freundeskreis Schiefe Ebene Neuenmarkt ( fse-neuenmarkt@t-online.de)

Roland Fraas, Hauptstraße 8, 95339 Neuenmarkt

Tel./Fax 09227 2537