Sonderausstellungen im Museum

Betriebstechnische Raritäten „Rund um die Eisenbahn“.

Dampf-Festival 2010

Der Beginn des Eisenbahnzeitalters in Deutschland ist bis zum heutigen Tag unmittelbar verbunden mit den Signaleinrichtungen der Eisenbahn. Diese dienen der Verständigung des Personals mit den Maschinenführern der Fahrzeuge, den Stations- und Sicherungseinrichtungen und der Bahnangestellten untereinander. Des Nachts erfolgten die optischen Signalgebungen, aber auch die Arbeits- und Betriebsbeleuchtungen über mehr als 100 Jahre mittels Rüböl-, Petroleum-, oder Karbidbrennerbetriebenen Laternen, bis diese durch den technischen Fortschritt von Gas- und Stromleuchten, endgültig erst in den 1970er Jahren, abgelöst wurden.


Besonders interessant stellen sich die technischen Ausführungen der Laternenvielfalt in dem historischen Abschnitt der Länderbahnzeit bis 1920 dar. Die sieben Staatsbahnen, Baden, Bayern, Mecklenburg, Oldenburg, Preußen mit Hessen, Sachsen und Württemberg verwendeten bis zur Gründung der Deutschen Reichsbahngesellschaft 1920 mit deren konsequenter Vereinheitlichung der Materialien, oft auch noch darüber hinaus, ihre charakteristischen, individuell landesspezifischen, durch die heimische Industrie gefertigten signal- und arbeitstechnischen Betriebsmittel. Objekte dieser Art sind außerordentlich selten, denn sie wurden, nachdem sie ausgedient hatten und somit wertlos geworden waren, schnell entsorgt.

Mit Gründung der Deutschen Bundesbahn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf Grund der technischen Neuerungen in den 1950er Jahren die Betriebsmaterialien der zurückliegenden Zeit massenhaft verschrottet. Nur alte Stiche, Bilder, Fotos und Abbildungen von Laternen in den wenig vorhandenen Verkaufskatalogen entsprechender Metallwarenfabriken geben einen Einblick in die ungeheure Vielfalt der bis vor gut achtzig Jahren verwendeten Laternen.

Bundesweit gibt es bisher kein Museum, das Signal-, Laternen- und Betriebsmaterial der Öffentlichkeit präsentiert. Nachdem 2006 einige erhaltene, rare Betriebsmittel aus der Zeit der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn in einer Vitrine im Eingangsbereich des Deutschen Dampflokomotiv Museums ausgestellt wurden, sind in der Folge nun Betriebsmittel der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn zu sehen. Im geplanten Wechsel der Ausstellung werden zu späteren Zeiten unter dem Thema „Rund um die Eisenbahn“ weitere, seltene betriebtechnische Gegenstände der Königlich Württembergischen und der Königlich Preußischen Staateseisenbahn präsentiert werden.

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Sonderschau – Teil 1, Königlich Sächsische Staatseisenbahn »
Sonderschau – Teil 2, Königlich Bayerische Staatseisenbahn »
Sonderschau – Teil 3, Königlich Württembergische Staatseisenbahn »

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